Wie Social Travelling Plattformen Entwicklungshilfe leisten könnten.

18. November 2011 – 15:53

Früher hat man eine Fernreise im Reisebüro gebucht und hat dann Menschen vor Ort kennen gelernt oder man hat sich Freunde geschnappt, ist ins Auto gestiegen und ist irgendwo hin gefahren.

Irgendwann kam dann das Internet und Menschen konnten Reisen online buchen. Doch sie verabredeten sich auch in Chats, Foren und Social Networks. Die Gründung von Couchsurfing.org im Jahre 2003 markiert wohl den Beginn des „Social Travelling“. Menschen bieten fremden Menschen kostenlos ihre Couch als Schlafplatz an; aus Interesse an anderen Menschen und als „Vertrauens-Vorschusslorbeeren“ für spätere eigene Reisen. Bis dahin musste man sich kostenpflichtig in Hotels oder Pensionen einmieten oder kam bei Freunden unter.

Mit der Gründung von Airbnb.com in 2008 erreichte Social Travelling dann das nächste Level – bezüglich Demokratisierung des Tourismus als auch der Kommerzialisierung des Themas. Der deutsche Ableger 9flats.com folgte Ende 2010, die Samwer-finanzierte Plattform Wimdu.de Anfang 2011. Die Idee: Privatanbieter vermieten ein Zimmer oder auch ihre ganze Wohnung an andere Menschen. Im Vergleich zu Couchsurfing bekommt der Mieter besseren Komfort, im Vergleich zu einem Hotel ein individuelleres Wohnerlebnis. Es ist halt ein Zuhause und kein Hotelzimmer. Vielleicht lernt er sogar seinen Vermieter kennen bzw. kann in der WG des Vermieters leben. Zwar muss man auf den Komfort eines Hotels verzichten, zahlt aber auch deutlich weniger. Ich glaube, das Thema steht auf der Schwelle von der Nische zum Massenphänomen. 2012 wird sich „Social Travelling“ endgültig etablieren; nicht nur als Terminus. Aber ich denke auch, dass das Thema Potential zu „noch mehr social“ hat.

Vor Kurzem hat mich dann ein Freund auf die Unterstützung von Viva con Agua durch Airbnb hingewiesen. Ein Teil der Gebühren des Vermieters sowie ein Teil der Airbnb-Gebühren werden dem guten Zwecke gespendet. Viva con Agua finanziert mit dem Geld dann z.B. den Bau von Brunnen oder andere Wasser-Projekte. Super Kombi! Es scheint, als hätte Airbnb einen Sinn für Soziales. Dazu später mehr.

Ich hatte im August diesen Jahres das Glück, Gast eines jungen Mannes auf Lombok (Indonesien) sein zu dürfen. Opie lud mich ein bei ihm zu übernachten, seine Oma kochte Frühstück und lud mich später auch noch zum Mittag mit seinen Brüdern ein. Am Vormittag dürfte ich Opie’s Roller ausleihen und am Nachmittag haben wir eine Hochzeit in der Nachbarschaft besucht. Ich habe die Zeit und die Gastfreundschaft von Opie und seiner Familie sehr genossen. Viele Backpacker die ich später kennen gelernt habe, haben mich sehr um diese Erfahrung beneidet. Ich habe mich damals mit einer Tankfüllung, einem Essen und ein paar Bieren revanchiert, mich aber oft gefragt, ob ich ihm lieber hätte Geld geben sollen und ob er das evtl. als anmaßend empfunden hätte. Immerhin war er zu der Zeit arbeitslos und hätte gerne sein Haus fertig gebaut. Whatever …ich schweife ab. Denn aus diesem Erlebnis ist immerhin eine Idee entsprungen:

Opie hat das, was Backpacker wollen und andersherum. Mit seiner Gastfreundschaft könnte Opie Geld verdienen: Ein einfaches Bett und eine Waschgelegenheit. Frühstück, Mittag und Abendbrot und einen Tourguide mit Scooter können dazu kommen. Fertig ist das Angebot. Es ist günstiger als Bungalows und billige Absteigen und vor allem es ist ursprünglich und authentisch! Zwar gibt es in einigen touristischen Regionen schon ein paar Homestays aber die sind nicht vorab buchbar und auch nicht sonderlich transparent. Für „Opie’s Homestay“ wäre es das Beste wenn Touristen sie online finden, ansehen, buchen und weiterempfehlen könnte. Und hier kommen die Social Travelling Plattformen ins Spiel. Sie bilden den Marktplatz, auf dem Opie’s Angebot auf des Backpacker-Bedürfnis trifft. Für die Plattform hätte es den Vorteil, sich weitere Kundengruppen zu erschließen und einen sozialen Anstrich zu bekommen.

Allerdings haben Menschen ohne technische Ausstattung keinen Zugang zu diesen Plattformen; einige Menschen können vielleicht nicht einmal lesen. Sie befinden sich in einer Art Armuts-Dilemma: Ohne Geld keine Technik, ohne Technik keinen Zugang zur modernen Welt, die wiederum neue Einnahmequellen bietet.

Die Lösung wäre ein regionaler Partner, der bei der Formulierung des Angebots und der Gestaltung unterstützt. Kiva.org betreibt bereits eine bestehende Infrastruktur für die Vergabe von Mikro-Krediten. Zudem gibt es viele Hilfsorganisationen die direkt vor Ort sind. Eventuell wäre hier eine Zusammenarbeit möglich. Zusätzlich könnte die Travel-Plattform auf einen Anteil seiner Gebühr verzichten. Über ein Handy verfügen inzwischen schon recht viele Menschen. Das Buchungsmanagement könnte z.B. per SMS organisiert werden: „New guest, 12.12.-14.12.| Pickup: 12.12., 14.00, Hafen Hamburg – Pier:3, Please confirm“.

Vielleicht ist der Markt für diese Form von Urlaub nicht besonders groß. Viele Menschen wollen gar nicht sehen, wie es in den Hinterhöfen ihrer Urlaubsländer aussieht und viele Menschen wollen ihren Lebensstandard auch im Urlaub halten. Aber für diejenigen, die Interesse daran haben, würde eine Möglichkeit geschaffen werden, nette, gastfreundliche Locals kennen zu lernen und sie zudem noch zu unterstützen. Solange man nicht das Gefühl hat abgezockt, sollte man sich auch als Gast und nicht als Kunde fühlen.

Man könnte die Idee sogar noch weiter spinnen. Der Mittler hält einen Teil des Gewinns zurück und zahlt ihn später für Solarzellen oder andere sinnvolle Investitionen aus. Aber erst mal eins nach dem anderen. Zunächst einmal müssen alle Beteiligten ihren eigenen Business Case rechnen Für die potentiellen Vermieter muss die Rechnung aus Mieteinnahmen, Cross-Selling-Verkäufen (z.B. Essen, Transport) sowie Gebühren und Steuerabgaben aufgehen. Für die Betreiber der Plattform(en) muss sich die neue Kundengruppe rentieren. Zudem muss dieses „soziale Investment“ eine positive Auswirkung auf die Wahrnehmung des Unternehmens haben. In diesem Fall sollte das kein Problem sein: CSR wäre quasi im System eingebaut.

Ich freue mich auf Feedback, spannende Diskussionen …und vielleicht sogar schon Beispiele. :-)


Die Zeit der Arschlöcher ist vorbei!

21. August 2010 – 20:28

Die Gedanken trage ich schon sehr lange in mir. Nachdem ich mich in den letzten Wochen mit vielen Menschen darüber unterhalten haben, habe ich mich dazu entschlossen, sie nun endlich einmal zu Papier bringen und mit anderen zu teilen.

Ich glaube, dass wir uns an der Schwelle zu einer besseren Gesellschaft befinden. In meinen Gesprächen mit Freunden und Bekannten höre ich immer wieder von Menschen, die mit ihrer Ellenbogen-Mentalität Erfolg haben und sich “nach oben boxen”. Jeder kennt das. Viele fühlen sich ohnmächtig ob dieser Rücksichtslosigkeit.

Aber ich glaube, dass die Zeit der Arschlöcher vorbei ist. Egoisten werden zunehmend scheitern. Menschen, die rücksichtslos durchs Leben gehen, werden “uncool”. In einer Welt mit steigender Transparenz fällt es zunehmend schwer, eine Fassade aufrecht zu erhalten. Miese Charaktere werden auffliegen.

Auch beruflich werden sie an ihre Grenzen stoßen. Große Ideen entstehen weil eine Idee von Vielen gemeinsam weiterentwickelt und so verbessert werden und nicht, weil ein Einziger seine Meinung durchsetzt und so eine minderwertige Idee den Vorrang bekommt. Egoismus führt zum Mittelmaß. Und große Ideen entstehen aus der Summe vieler kleiner Ideen. Doch dafür ist die Fähigkeit zu kollaborativem Arbeiten unabdingbar. Menschen, die nicht wirklich mit anderen Menschen zusammenarbeiten können, werden aussortiert.

Sicherlich wird es noch sehr lange dauern. Und ganz bestimmt wird es viele Zweifler geben. Aber ich würde mich freuen, wenn ich Zuspruch für meine Gedanken finde und mit diesem Text jenen Mut gemacht habe, die “auf der guten Seite” sind. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Ich hab natürlich nachgeforscht ob meine These wissenschaftlich belegt werden kann. Sieht gut aus! :-) Hier ein wenig Material dazu:

Royal Society for the encouragement of Arts, Manufactures and Commerce (RSA) – The Empathic Civilisation

Digital Natives: Die Revolution der Web-Eingeborenen

Epigenetik:  Die Mär vom Krieger-Gen


Top Kill 2.0 – a solution to fix the oil spill problem?

5. Juni 2010 – 21:41

Normally this blog is written in German. But especially for this article I want to reach as many people as possible so I write in English. I hope you will understand everything right. ;-)

Many weeks I worry about the oil spill in the Gulf of Mexico and I was very angry with BP. But now it’s time to come with constructive ideas. I’m not an expert. So if somebody how knows a physician or an “oil problem expert”: please ask him/her if this idea could be possible.

The idea is easy to explain: Think of a balloon and a drinking straw, connect both and fix the connection. Know you are able to blow up the balloon through the drinking straw. If you stick this construction in a hole and start to blow, the balloon will fill the hole.

Know we have to take a very strong balloon and a very strong drinking straw. A kind of “strong balloon” already exist. But they are used to elevate heavy material. These “elevation pillows” are able to lift tons of material.

When the hole is closed for a short time, the original Top Kill idea can be accomplished – closed the hole with a mix of cement and glue. But before that you have to close a valve and cut off the straw.

Noob graphic for explanation

Noob graphic for explanation

I’m sure somebody had the idea before. If not: Do you like it? Do you think it could work?

Best regards,

Finn


Faire Flüssigkeiten

2. Juni 2010 – 08:12

In den letzten Wochen bin ich auf zwei Getränke aufmerksam geworden, die ich hier vorstellen möchte weil sie einfach gut schmecken und die Idee im Hintergrund großartig ist.

Faire Bio-Milch

Auf die Milch von Alnatura bin ich durch Zufall aufmerksam geworden. Ich suchte eigentlich nur eine fettarme Milch für mein morgentliches Müsli und stieß dann bei Budni auf die Milch von Alnatura. Ich gehe selten bei Budni einkaufen und hatte den Laden eigentlich immer als Drogerie in Erinnerung.

Die Alnatura frische fettarme Milch stammt von Bio-Kühen. Das heisst, die Kühe werden artgerecht gehalten und es wird keine Gentechnik eingesetzt. Außerdem bekommen die Bauern der Kühe faire Preise für ihre Milch. Sieht man sich die Demonstrationen der vergangenen Jahre an, scheint das nicht die Regel zu sein. Aber wieso bekommt ein hart arbeitender Milch-Bauer Dumpingpreise für seine Milch? Nur damit wir Verbraucher sie dann günstiger einkaufen können? Für die Alnatura Milch habe ich (glaube ich) 0,89€ bezahlt. Beim Discounter liegt der Literpreis bei ca. 0,49€. Für die artgerechte Haltung der Kühe und die fairen Milchpreise für die Bauern, bin gerne bereit, 30 Cent mehr zu zahlen. Die Milch hat inzwischen einen festen Platz in meinem Kühlschrank. Und ich gehe sogar einen Umweg um diese Milch bei Budni zu kaufen.

Alnatura Milch

Alnatura Milch

Wasser für die Welt

Über Viva con Agua hatte ich schon von Freunden einiges gehört. Außerdem bin ich den Teams mehrmals auf Festivals begegnet. Unvergesslich der Auftritt der Ärzte auf dem Hurricane Festival 2009: Jeder Becher auf der Bühne bedeutete einen Euro für Viva con Agua.

Im Centralpark im Hamburger Schanzenviertel bin ich dann das erste Mal auf das “Viva con agua Quellwasser” gestoßen. Ein sehr leckeres Wasser und vor allem eine großartige Idee. Denn mit dem Kauf der Flasche unterstützt man die internationalen Trinkwasserprojekte von Viva con Agua. Es werden z.B. Quellen befestigt, Brunnen und Trinkwassersysteme gebaut. Das Quellwasser gibt es mit und ohne Kohlensäure (laut und leise).

Und man hat über die Grundidee hinausgedacht: Das Wasser wird in Glas-Flaschen verkauft, was im Vergleich zur Plastikflasche wesentlich umweltverträglicher ist. Die 0,5 L und 0,75 L Flaschen sind leider aus PET. Um Transportwege zu verringern werden regionale Quellen angezapft. Das Wasser, dass ich in Hamburg gekauft habe, stammte z.B. aus einer Quelle in Mildstedt (bei Husum). Hier der Link zum Projekt.

Viva con Agua Quellwasser

Viva con Agua Quellwasser

Die Milch und das Wasser gibt es in jedem Budni. Ich denke, ich werde da öfter einkaufen gehen. :-)


Mobil in Hamburg: Ein Carsharing Erfahrungsbericht

24. Mai 2010 – 18:25

Juhu! Endlich mal wieder einen Blogbeitrag. Das wird auch mal wieder Zeit. Ich habe zwar so viele Ideen aber bekomme sie leider nicht auf die Straße. Naja …immerhin war das eine gute Überleitung zum eigentlichen Thema. :-) Denn in diesem Artikel geht es um Carsharing. Ich erzähle, wie ich dazu kam, warum es gut für die Umwelt und den eigenen Geldbeutel ist, berichte über meine Erfahrungen und gebe Tipps für Einsteiger.

Aus der Not eine Tugend gemacht

Von Juni 2008 bis September 2009 war ich stolzer Besitzer eines VW T3 Bullis. Ich habe dieses Gefühl, seine Heimat mit auf die Reise zu nehmen sehr genossen: Die Option auf Freiheit. Doch wenn ich ehrlich bin, habe ich diese Option höchst selten genutzt. Meistens stand er nur rum weil ich eh mit S- und U-Bahn zur Arbeit gefahren bin. Nachdem ich meinen Bulli dann wegen eines Motorschades verkaufen musste, habe ich mich bei einem Carsharing Dienst angemeldet. Nun teile ich mir die Nutzung eines Autos mit vielen anderen Menschen. Meine Wahl fiel dabei auf Cambio. Weitere Dienste sind z.B. Greenwheels und das Carsharing der Deutschen Bahn. Jetzt, da das Wetter besser wird, habe ich mich zusätzlich bei Stadtrad Hamburg angemeldet. Aber dazu in einem anderen Beitrag.

Carsharing ist umweltschonende Mobilität

Im Durchschnitt steht ein Auto 23 Stunden pro Tag ungenutzt rum. Das entspricht einer Auslastung von gerade mal 4% – völlig unwirtschaftlich! Weil das Auto nicht ausgelastet ist, werden die eingesetzten Ressourcen nicht effektiv genutzt. Laut Angaben des Bundesverband Carsharing ersetzt ein Carsharing-Auto 4-8 private Autos. Viele Autos müssen also erst gar nicht gebaut werden. So werden Resorcen geschont! [Info]

Die Tarifgestaltung der meisten Carsharing-Dienste bewegt den Kunden zur Buchung kleiner, verbrauchsarmer Autos. Kleine Autos sind preislich günstiger als große Modelle. Zudem sind die Flotten der Dienste jünger als der private Autobestand, verbrauchen also weniger und stoßen weniger CO² aus.

Was die CO² Bilanz betrifft sind wohl nur ÖPNV- und Fahrrad-Fahrer besser dran – und natürlich Fußgänger. Außerdem ist Bikesharing eine super Alternative. Aber über meine Erfahrungen mit Stadtrad Hamburg werde ich in einem anderen Beitrag berichten. …der Text ist eh schon wieder viel zu lang. ;-)

Carsharing ist kostengünstiger als ein eigenes Auto

Laut Cambio loht sich der Kauf eines eigenen Autos erst ab einer monatlichen Fahrleistung von 850 km – also täglich ca.28 km. Bis zu dieser Grenze ist Carsharing meist günstiger. Greenswheels stellt eine andere Rechnung auf: Der ADAC ermittel jedes Jahr die Kosten für den Unterhalt eines Autos. Mit 322€ pro Monat sind der Toyota Aygo 1.0 und der Smart fortwo coupé 1.0 die günstigsten Modelle in der Kleinwagenklasse und somit auch in der gesamten Wertung. Das günstigste Modell der Oberklasse (Nissan Patrol) schlägt dagegen schon mit 853€ monatlich zu Buche. Hintergrundinfos zur Berechnung gibt’s hier.

Ausgehend von monatlichen Carsharing-Kosten von 25€ (Durchschnitt eines Greenwheels Kunden) und 60€ für ein ÖPNV-Abo liegen die Möbilitätskosten bei rund 85€ pro Monat und Person. Mit mind. 322€ liegen die Mobilitätskosten eines Autofahrers etwa bei dem 4-fachen.

Der Wertverlust eines Autos ist in den Kosten des ADAC enthalten, der Kaufpreis jedoch nicht. Zusätzlich zu den monatlichen Kosten muss also auch der Kaufpreis eines Autos einkalkuliert werden. In den meisten Fällen kommen noch Zinskosten dazu! Was man sich von dem ganze Geld alles hätte kaufen können? Wie viel Geld man wohl hätte, wenn man es gewinnbringend investiert hätte?

Carsharing ist einfach

An dieser Stelle kann ich natürlich nur von meinen Erfahrungen mit Cambio berichten. Die Anmeldung ist unkompliziert und geht relativ schnell. Anschließend erhält man eine Chipkarte und einen persönlichen PIN-Code. Die Buchung der Autos erfolgt via Telefon oder Internet. Man gibt den Zeitpunkt der Buchung sowie die geschätzte Nutzungsdauer an.

Mit Karte und PIN öffent man den Schlüssel-Safe an der Station, entnimmt den Schlüssel und fährt los. Je früher man weiss, wann man ein Auto braucht, desto wahrscheinlicher ist es, dass es auch frei ist. Ich habe zwar auch schon ganz spontan einen Wagen gebucht aber in der Regel funktioniert das nicht. Es kommt darauf an, wie viele Wagen an einer Station stehen und wie häufig sie genutzt wird. Sollte ein Wagen mal nicht frei sein, kann man sich entweder für einen anderen Zeitraum, ein anderes Modell oder eine andere Station entscheiden. Bisher habe ich noch immer einen Wagen bekommen.

Nach Ende der Fahrt bringt man das Auto wieder zur Station, öffnet den Safe und gibt den Schlüssel wieder zurück. Besonders schön: die Parkplätze sind reserviert. Man muss also nicht mehr suchen! :-)

Das Auto innerhalb des verabredeten Zeitraumes wieder zurückzugeben ist Ehrensache. Imnmerhin kann es sein, dass sich jemand anderes den Wagen reserviert hat. Außerdem muss man eine Strafgebühr zahlen. Zeichnet sich ab, dass man es nicht rechtzeitig schafft, kann man die Hotline anrufen und versuchen, den Wagen zu verlängern. Die Abrechnung der gemieteten Autos erfolgt einmal im Monat. Bisher habe ich nur einmal über 50€ gelegen. Da bin ich aber auch mehrere Stunden in Norddeutschland gewesen.

Tipps für Einsteiger

Ich gehe mal davon aus, dass du dich an dieser Stelle entschieden hast, dich bei einem der Anbieter anzumdelden. ;-) Meiner Ansicht nach gibt es dabei zwei wesentliche Entscheidungskriterien: Die Kosten und die Nähe der Station zur eigenen Wohnung.

Die Kostenfrage ist sehr individuell. Es hängt davon ab, wie oft man sich ein Auto nimmt und wie viele Kilometer gefahren werden. Je Anbieter gibt es verschiedene Tarife für unterschiedliche Nutzungszenarios. Mein Endruck war, dass sich die Anbieter preislich alle nicht sonderlich unterscheiden.

Die Nähe der Car-Sharing Station zu meiner Wohnung war damals das entscheidende Kriterium für meine Anbieterwahl. Da die Station gleich um die Ecke liegt, hatte ich immer das Gefühl, als würde ich zu meinem Auto gehen, das ich sehr lange nicht benutzt hatte. Ich habe zwar jetzt nur von Hamburg geschrieben. Aber prinzipiell ist Carsharing auch auf dem Dorf möglich. Die Wege sind hier oft kürzer als in der Stadt.

So manch einer wird sich fragen, was der Unterschied zur klassischen Autovermietung ist. Beim Crasharing kann man das Auto stundenweise mieten. Bei der Autovermietung muss man mindestens einen ganzen Tag lang mieten. Ein Vorteil bei der klassischen Vermietung: man kann das Auto bei jeder Station wieder abgeben. Beim Carsharing geht das nicht. Das Auto muss dort abgegeben werden, wo man es ausgeliehen hat.

Natürlich hat Carsharing auch Nachteile: Man ist nur eingeschränkt flexibel. Wenn man das Auto spontan nutzen möchte, kann es sein, dass gerade keins verfügbar ist. Außerdem kann man es nicht direkt vor der Haustür parken und es ist nicht so eingerichtet, wie man es vielleicht gern hat. Und wer sein Auto als Statussymbol sieht, hat beim Carsharing eh verloren – kein Besitz, kein Status – keine Penisverlängerung!  ;-)

Egal ob Stadt oder Dorf: Carsharing ist wohl primär eine Frage von Ego, Status und Bequemlichkeit. ;-) Rational betrachtet sollte die Frage geklärt sein.

DB Carsharing
Cambio
Greenwheels


Großes Kino! Zwei Dokumentarfilme die sich sich lohnen werden.

14. Februar 2010 – 23:05

Statt mich um meine Steuererklärung zu kümmern, mache ich lieber mal was sinnvolles: Ich schreibe einen neuen Blog-Beitrag. ;-) Im Laufe der Woche bin ich auf zwei Filme aufmerksam gemacht worden, die sehenswert scheinen und die ich deswegen hier promoten möchte:

Plastic Planet

Plastik ist eine Gefahr für die Umwelt und den menschlichen Körper. Jedes Jahr sterben viele Tiere an Plastik. Weil sie es verschlucken oder darin hängen bleiben. Schon 2007 wurde bekannt, dass ein Müllteppich von der Größe Zentraleuropas!!! in Nordpazifik treibt. Doch auch in den anderen Ozeanen gibt es derartige Müllstrudel.

Für den Menschen sind vor allem die Gifte im Plastik gefährlich. Arte hat schon vor einiger Zeit einen Dokumentarfilm zu diesem Thema gesendet: “Plastik über alles”. Die Wissenschaftler, die z.B. zu den Weichmachern in Plastik geforscht haben, verzichten inzwischen auf Plastik. Glücklicherweise haben findige Menschen Bio-Plastik entwickelt, das sich sogar kompostieren lässt. :-) Jetzt müsste es nur noch genutzt werden.

Den kompletten Film (9 Teile) kann man sich auf YouTube ansehen. Sehr interessant!

Der Film “Plastik Planet” läuft ab dem 25. Febuar im Kino. Hier der Trailer:

Weitere Infos gibt es hier: http://plastic-planet.de

Thx Steffi

Die 4. Revolution

Das Thema der dezentralen Stromversorgung interessiert mich sehr. Vor ca. 2 Jahren habe ich mir gedacht, dass es doch möglich sein müsste, den Strombedarf der Nation zu decken, wenn jedes Haus z.B. Sonnenkollektoren auf dem Dach hat, Wärmepumpen nutzt und dazu noch Energie spart. Ich fand die Idee großartig – revolutionär! Dann habe ich festgestellt, dass sich dazu schon ein paar andere Leute wesentlich umfassendere Gedanken gemacht haben. Gut so! :-)

Laut Film soll eine komplette Umstellung auf erneuerbare Energien schon in 30 Jahre möglich sein. Ob das wirklich möglich ist, kann ich nicht beurteilen. Ich bin gespannt. Deswegen werde ich mir den Film ansehen.

Doch eins ist logisch: Wenn wir die Laufzeiten von Atomkraftwerken erhöhen und zugleich die Förderung regenerativer Energien kürzen, wird es nichts!

Das Hauptargument gegen erneuerbare Energie ist der höhere Preis im Vergleich zu Atomstrom. Aber ich bin mir sicher, dass die Endlagerung des Atommülls nicht im derzeitgen Strompreis enthalten ist. Sonst wäre er ja auch zu teuer! ;-) Weiss jemand, ob man das mal berechnet hat?

Der Film kommt am 18.3. in die Kinos. Hier der Trailer:

Weitere Infos gibt es hier: www.4-revolution.de

Thx Sandra

Gut, dass solche Filme es ins Kino schaffen. Schlecht, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen solche Filme nicht zeigt. Wie war das nochmal mit dem Staatsauftrag???

§11 Absatz 2 Rundfunkstaatsvertrag:

“Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen.”

Oooh …das wäre soooo schön. ;-)

Also: Alle ab ins Kino und ein Zeichen setzen!!!


UPDATE: Vorerst keine FairTrade Schokolade in deutschem Kit Kat, aber…

13. Januar 2010 – 23:24

Nestlé war schnell und hat drei Tage nach meiner Anfrage geantwortet. Die schlechte Nachricht: in Deutschland ist vorerst nicht geplant, Kit Kat mit FairTrade Schokolade herzustellen.

Die gute Nachricht: Nestle ist nicht untätig. In der Antwortmail wies man mich auf den Nestlé Cocoa Plan und die Website www.thecocoaplan.com hin. Dieses Projekt unterstützt Bauern von denen Nestlé seinen Kakao bezieht. In den nächsten 10 Jahren sollen 110 Millionen Schweizer Franken investiert werden – in die Verbesserung der Lebensgrundlagen der Bauern und deren Gemeinschaften (z.B. durch Bildungseinrichtungen), die Verbesserung der Qualität und den nachhaltigen Anbau der Kakao Pflanzen.

Prinzipiell scheint mir das ein guter Ansatz zu sein. Allerdings sollte man auch hier kritisch hinterfragen:

  • Auf der Website wird oft davon gesprochen, dass ein Ziel des Cocoa Plans ist, den Bauern zu helfen, die Qualität des Kakaos zu verbessern. Ich frage mich, welchen Anteil der 110 Mio. CHF in die Verbesserung der Lebensbedingungen geht und wieviel für die Sicherung der Ressource Kakao ausgegeben wird?
  • Stand 13.01.2010 entsprechen 110 Mio. CHF einem Betrag von rund 75 Mio. Euro. Pro Jahr werden also rund 7,5 Mio. Euro ausgegeben. Das scheint mir recht viel. Aber ehrlich gesagt kann ich nicht beurteilen, ob das nun viel oder wenig ist.
  • Bei selbst auferlegten Programmen werden auch die Spielregeln selbst festgelegt. Sie können jederzeit wieder geändert werden. Außerdem erfolgt keine Kontrolle durch unabhängige Organe. FairTrade dagegen ist unabhängig und hat feste Standards.
  • Außerdem frage ich mich: wenn alles so gut ist, wieso lässt man sich dann nicht von unabhängigen Organen prüfen?

Was man Nestlé wiederum zugute halten muss: Der “Cocoa Plan” beschränkt sich nicht nur auf ein Produkt, sondern gilt generell für schokoladenhaltige Produkte. Und große Veränderungen brauchen halt auch ihre Zeit. Ich stelle mein Einkaufsverhalten auch nicht von heute auf morgen um. Aber ich bemühe mich…

Für alle, die ihr Einkaufsverhalten ändern möchten, noch ein guter Hinweis von einem Freund: bei Lidl gibt’s FairTrade Schokolade. thx Michi! :-)


Kit Kat (UK) jetzt mit FairTrade Schokolade! Bald auch in Deutschland?

7. Januar 2010 – 23:02

Gerade eben habe ich gelesen, dass Kit Kat in UK seit Januar diesen Jahres mit FairTrade Schokolade hergestellt wird. Das ist großartig! Zwar gibt es schon diverse FairTrade-Süßigkeiten aber Nestlé ist einer der ersten großen Lebensmittel-Konzerne, der diesen Schritt geht.

Klar, wenn wir ehrlich sind, macht Nestle das natürlich nicht nur aus reiner Nächstenliebe. Unternehmen müssen sich an Trends orientieren um ihre Umsätze langfristig zu sichern. Laut TransFair verzeichneten FairTrade Süßigkeiten in 2008 ein Umsatzplus von 37%. Aber für mich ist das in Ordnung, das ist ein fairer Deal! Solange es denn beibehalten wird…

Ich frage mich, ob wir Kit Kat demnächst auch in Deutschland mit FairTrade Schokolade kaufen können, deswegen habe ich folgende Nachricht an Nestlé Deutschland geschickt:

“Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe kürzlich erfahren, dass Kit Kat in Großbritannien seit Beginn des Jahres mit FairTrade Schokolade hergestellt wird.Ich habe dazu drei Fragen:

1.) Ist das auch für Deutschland geplant?

2.) Wenn ja, ab wann ist der Riegel im Handel erhältlich?

3.) Falls nicht, warum nicht?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Mit freundlichen Grüßen,

Finn Reddig.”

Mal sehen, was Nestlé antwortet. Ich werde berichten…


Wenn ich an Lungenkrebs sterbe, bin ich wenigstens selber Schuld.

29. Oktober 2009 – 20:26

Nach meinem letzten Beitrag über die Atommüllfässer im Meer, wurde ich auf den Arte-Bericht “Alptraum Atommüll” aufmerksam gemacht. Auf YouTube kann man sich diesen Dokumentarfilm in 10 Teilen ansehen. Für alle, die sich die ca. 95 Minuten nicht selber ansehen wollen, habe ich die wichtigsten Punkte zusammengefasst. Die Google Maps Links im Text verweisen auf die entsprechenden Orte.

Die Abfälle von La Hague

- Bis 1993 war es erlaubt, Atommüll im Meer zu versenken. Auf Drängen von Greenpeace wurde es schließlich durch einen Vertrag der Vereinten Nationen verboten. In den 50 Jahren vor dem Verbot wurden laut internationaler Atomenergieorganisation über 100.000 Tonnen Atommüll in den Weltmeeren verklappt.

- Aber zu früh gefreut. Es ist zwar verboten, Atommüll von Schiffen ins Meer zu werfen, allerdings nicht, ihn durch unterirdische Leitungen direkt ins Meer zu leiten. Das ist vollkommen legal! Die Wiederaufbereitungsanlage La Hague leitet täglich 400m³ radioaktive Abfälle in den Ärmelkanal!
Google Maps

- Doch nicht genug. Über die Schornsteine werden radioaktive Gase freigesetzt. Vor den Aufnahmen von Arte wurde das nie gemessen. Man fand sehr hohe Krypton-85 Werte.
In einem Computer-Modell wurde errechnet, dass sich die Abgase innerhalb von 2-3 Tagen in ganz Europa verteilen können.

- La Hague bläst in einem Jahr mehr Krypton-85 in die Luft, als alle bisher gezündeten Atombomben zusammen.

- Der Betreiber AREVA beruft sich darauf, dass die Belastung unterhalb der gesundheitlich bedenklichen Werte liege. Bei der Festlegung dieser Werte der wurde seinerzeit ein Modell angewandt, dass auf den Erkentnissen von Hiroshima und Nagasaki basiert. Damals waren die Menschen allerdings relativ kurz einer starken Strahlung ausgesetzt und nicht dauerhaft einer geringen Strahlung, wie es z.B. in La Hague der Fall ist. Dort nehmen die Menschen nehmen die Stoffe über die Luft und die Lebensmittel auf. Man spricht von einer chronischen internen Kontamination mit sehr geringen Dosen. Es bedarf also eigentlich eines anderen Risiko-Modells.

- Die Wiederaufbereitungsanlagen (z.B. La Hague, Sellafield und Dounreay) sind für 80% der radioaktiven Emissionen in Europa verantwortlich.

Wiederaufbereitung und “Recycling”

- Der Betreiber AREVA Bezeichnet die Aufbereitung als “Recycling”. Die Reporter von Arte haben allerdings herausgefunden, dass lediglich ca. 10% des Materials wiederverwendet wird. Ein kleiner Teil (ca. 4% stark radioaktiver Endmüll) bleibt in La Hague. Der Großteil (86%) wird nach Russland verfrachtet und in der Anlage “Tomsk 7” endgelagert. Dieser Müll ist dann “nur noch” leicht radioaktiv.
Google Maps

Die Kontamination der “Hanford Site”

- 1942 wurde auf einem Gelände namens “Hanford Site” (Staat Washington) im Rahmen des Manhattan-Projekts eine Anlage zu Herstellung von Plutonium für Atombomben gebaut. Hierher stammt z.B. das Plutonium für die Nagasaki-Bombe.
Google Maps

- Jahrelang wurde kontaminiertes Wasser in den Columbia River geleitet. Der stark kontaminierte Müll wurde stattdessen in Tanks gelagert. Die sind inzwischen allerdings undicht geworden sind und verseuchen nun das Grundwasser. Die Hanfort Site räumt ein, dass das Grundwasser auf einer Fläche von 121 km² über den Grenzwert kontaminiert ist. Das Gebiet wird inzwischen gesäubert.

- Eine offizielle Untersuchung im Jahre 2002 ergab zudem, dass viele Fische im Columbia River Strontium-90 enthalten und der regelmäßige Verzehr die Wahrscheinlichkeit einer Kreberkrankung erhöht.

Atomunfall in Sibirien

- 1957 explodierte in Majak, dem russischen Gegenstück der Hanford Site, ein Tank mit Atommüll. Der Unfall, der mit der Katastrophe von Tschernobyl vergleichbar ist, wurde 20 Jahre lang verschwiegen. Durch die Explosion wurden rund 15.000 km² Land kontaminiert.
Google Maps

- Die Anlage produziert weiterhin radioaktive Abfälle, die in Seen gelagert werden. Diese wiederum verseuchen einen Fluss, der viele Dörfer mit Wasser versorgt. Die Dörfer wurden evakuiert.

- In der Gegend um Majak sterben ungewöhlich viele Menschen an Krebs. Und obwohl die Gegend noch immer verseucht ist, behaupten offizielle Organe, man könne in der Gegend inzwischen wieder gefahrlos leben.

Warum nun diese reisserische Überschrift? Naja, wenn ich rauche (und das tue ich) und irgendwann an Lungenkrebs sterbe, bin ich selber Schuld. Jeder weiss, dass Rauchen das Krebsrisiko erhöht.

Aber wenn ich am Colorado River, in der Nähe von La Hague oder Majak lebe ist das anders. Mir wird gesagt, dass alles nicht so schlimm ist. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich an Krebs sterbe, ist höher als in anderen Gegenden der Welt.

Ich hatte in meinem Intro-Beitrag ja schon geschrieben, dass ich meinen Strom demnächst von einem Anbieter beziehen werde, der keinen Atomstrom liefert. Anfang Dezember ist es nun soweit: ich ziehe um und Vatennfall verliert einen weiteren Kunden. Mitte Novemver werde ich zudem einen Betrag schreiben, in dem ich mehrere Anbieter vergleichen werde.

Weitere Infos

Bei “Das Treiben der Lämmer” gibt es noch mehr zu dem Arte-Film. Der Kollege schreibt über die anschließende Diskussionsrunde sowie der Endlagerung in Asse II.

Mehr zu diesem Film findet ihr auf der Seite von Arte.

Seite von Greenpeace


Na danke! Die italienische Mafia hat seit Jahren systematisch Gift- und Atommüll im Meer versenkt.

17. Oktober 2009 – 17:17

Vor ein paar Tagen wurde wahrscheinlich der Frachter “Cunsky” vor der Küste Kalabriens entdeckt, der dort mit 120 Fässern Atommüll versenkt worden sein soll. Der Kronzeuge, mit dessen Hilfe das Wrack gefunden wurde hat zugegeben, das Schiff eigenhändig versenkt zu haben. Der Name des Schiffs wie auch die Fracht ist noch nicht zweifelsfrei geklärt. Doch wenn sich die Zeugenaussagen bestätigen, liegt auf dem Meeresboden eine tickende Zeitbombe! Die “Cunsky” soll bereits 1993 versenkt worden sein.

Der Fall ist seit 2006 bekannt!!! Laut italienischer Staatsanwaltschaft sollen sich weitere 32 Schiffe mit Giftmüll in den Tiefen des Mittelmeeres befinden.

Vier Gedanken schwirren mir dazu grad im Kopf rum:

Punkt 1.
Wieso ist seit drei Jahren nichts passiert?

Punkt 2.
Woher kommt der Müll und wer ist der Auftraggeber?

Punkt 3.
Wieso hatte das Thema so ein geringes Medienecho? Ich habe auf ZDFinfo bei “wir in europa” davon erfahren. Recherchen haben mich dann zwar auch zu Spiegel Online, Bild.de und T-Online.de geführt, in den Nachrichten (”heute” oder der “Tagesschau”) habe ich davon aber nichts gesehen. Ich weiss ja nicht, ob nur ich das so empfinde, aber ich finde das Thema ist echt heftig!!! Meiner Meinung nach, wäre das einen Beitrag Wert gewesen.

Hmmm, verhandelt die zukünftige Regierung in ihren Koalitionsgesprächen nicht gerade über die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken? Mag sich jeder seinen Teil dazu denken aber ich habe das Gefühl, das Thema “passte grad nicht rein.”

Punkt 4.
Ich finde, diese Erkenntnis wirft ein ganz neues Licht auf die Diskussion um die Endlagerung von Atommüll bzw. auf die (Folge-) Kosten für Stromerzeugung. Aber das allein ist schon einen Beitrag Wert. Deswegen werde ich diesen Gedanken vertagen…